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  Das „Kabinettstück“[1] des Charles Wilp – Fotobücher „neu gelesen“, Folge 4 - mit Bild-Blog
von Thomas Wiegand

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Schlagworte: Charles Wilp, Pop Künstler, Space Art, Bundeskanzleramt

Charles Wilp starb am 2.1.2005 im Alter von 72 Jahren. Der Name des Multitalents fehlt in den einschlägigen Fotografenlexika und in den wichtigen Monografien,[2] doch wenn man an die Werbung für den Käfer erinnert („Er läuft und läuft und läuft...“) oder an die „sexy - mini - super - flower - pop-op cola“, stellen sich sofort Assoziationen ein. Wilp war auf dem Höhepunkt seiner Karriere – 1972 – sogar offiziell eingeladener Documenta-Teilnehmer. Der Katalog der einflussreichen d5 offenbart, dass es für Wilp keinen Graben zwischen Kunst und Werbung gab: „Ich zeige offen die Praktiken des Verführens und lasse hinter die Kulissen schauen, wie es gemacht wird. Kommunikation ist Kunst, künstlerisch-politisches Mittel, das den kritischen Verbraucher schult auf die Ernsthaftigkeit. Es gibt keine leeren Versprechungen von Reichtum und Glück, sondern ich spreche die Menschen positiv an...“[3]

Wilp war ganz Pop-Künstler. Er war mit Koryphäen wie Yves Klein, Joseph Beuys oder Andy Warhol befreundet und verstand es, sich selbst in Szene zu setzen. Wilp war einer der ersten, der die Kreativarbeit an der Werbung aus der Anonymität herausführte und durch sein eigenes öffentliches Auftreten signierte.[4] Klappern gehörte speziell zu seinem Handwerk. 1968 erschien sogar eine Langspielplatte mit Musik in spacigem Big-Band-Sound: „Charles Wilp fotografiert Bunny“. Es gab unter dem Titel „Tanz der Leere“ eine weitere LP unter Wilps Namen; zur hören war auf ihr allerdings nichts. Dieses Werk dürfte entstanden sein in Anlehnung an die frühere Zusammenarbeit mit Yves Klein und Wilps Versuche, Leere zu fotografieren.[5]
In seiner besten Zeit als Werber hatte Wilp einen jährlichen Etat von immerhin 15 Mio DM zur Verfügung. Wilp machte zwar Werbung, strebte aber nach Höherem. Einerseits zur Kunst, angeregt durch seine Künstlerfreunde, andererseits zum Weltraum. Oder er verband beides und wollte eine permanente Documenta ins All verlegen. Die Kasseler Weltkunstausstellung gab Wilp 1972 den Ritterschlag zum Künstler und räumte ihm die
08.07.2009

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